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SOS Bushmen

Botswanas Buschmänner unter Druck.

Botswanas Regierung ist wegen ihrer Massnahmen zur Umsiedlung von Buschmännern unter Beschuss geraten. Mit der Tourismusförderung im Hinterkopf will die Regierung in Botswana die im Central-Kalahari-Wildschutzgebiet lebenden Gemeinschaften in Gegenden ansiedeln, die für den Fremdenverkehr weniger interessant sind. Wie der Minister für Lokales, Hausbau und Landfragen, Patrick Balopi, sagte, sind 81 von 160 Familien im Flecken Xade zur Umsiedlung bereit. Zahlreiche Stammesangehörige der Basarwa oder San, wie die als «Buschmänner» bekannten Ethnien im Land genannt werden, haben jedoch Mühe mit dem Gedanken, die Gegend, wo ihre Vorväter begraben wurden, zu verlassen. Der Häuptling von Xade, Tuelo Sekalabwe, bemerkte zum ganzen Vorhaben, das Motiv des Umzuges sei offensichtlich. Man habe Stammesangehörigen Geld versprochen. Laut offiziellen Angaben beläuft sich die Abfindung auf 100 bis 8000 Dollar, je nach Rang des Einzelnen.

Die in Gaborone beheimatete Menschenrechtsorganisation Ditshwanelo kritisierte das Vorhaben massiv. Es sei mitnichten garantiert, dass die Basarwa ihre traditionelle Lebensweise als Jäger und Sammler in kleinen Reservaten ausserhalb der grossen Nationalparks weiterhin pflegen könnten. Häuptling Amogelang Segweetsane von der Siedlung Kukuma ergänzte, es sei völlig absurd, zu meinen, die Basarwa, die man in eine neun Quadratkilometer grosse Einzäunung gepfercht habe, könnten dort ihre Traditionen weiterpflegen.

Die Buschmänner oder Basarwa erkennt man an ihren Lendenschurzen als einzigem Bekleidungsgegenstand sowie an ihren charakteristischen Pfeilbogen und Köchern. Sie gelten als hervorragende Fährtenleser und nutzen natürliche Ressourcen für die meisten ihrer Gebrauchsgegenstände. So wird die Sehne für ihre Pfeilbogen aus dem Körper von Antilopen entnommen, während das Pfeilgift aus den Larven bestimmter Käfer gewonnen wird. Entgegen neuzeitlichen Mythen kennen die Basarwa durchaus Berührungspunkte zur zeitgenössischen Zivilisation. Wenn etwa der französische Film «Les dieux sont tombés sur la terre» vor einigen Jahren insinuierte, dass eine leere Coca-Cola-Flasche das Leben eines ganzen Kraals oder Dorfes durcheinanderbringt, so ist dies selbstverständlich Unsinn. Transistorradios finden im Alltagsleben der heutigen Buschmänner durchaus eine Verwendung.


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